Am 3. Juni 2026 ist das Verbundprojekt KALA gestartet. Forschende, Praxispartner und Begleitende trafen sich in Augsburg, weitere waren per Video zugeschaltet. Ihre gemeinsame Frage: Wie lernen kleine und mittlere Unternehmen, Veränderung nicht nur zu bewältigen, sondern gern zu gestalten?
Das KALA-Auftakttreffen am 3. Juni 2026 in Augsburg – mit Teilnehmenden vor Ort und per Video.
Wer dabei ist
KALA verbindet drei Forschungs- und Beratungseinrichtungen mit drei Unternehmen. Die imu augsburg führt das Konsortium. Das Institut für Personalforschung der Hochschule Pforzheim und das Fraunhofer IML bringen Forschung und Transfer ein. Als Reallabore beteiligen sich JEMAKO, das FOMF – Forum für medizinische Fortbildung und die Bauer Unternehmensgruppe.
Das Vorhaben läuft 30 Monate bis November 2028. Das BMFTR fördert es im Programm „KMU-innovativ – Zukunft der Wertschöpfung“.
Von der Wirkung her denken
Ein Kernstück des Tages war eine Frage: „Wenn uns das gelingt – welche Wirkung könnte daraus entstehen?“
Dafür legten die Teilnehmenden die Projekt-Zeitlinie als roten Faden über den Boden des Saals. Weiße Karten markierten die sieben Arbeitspakete und ihre Ergebnisse. Dann traten alle an die Linie und legten farbige Karten dazu: ihre Vorstellung davon, was diese Ergebnisse möglich machen. Drei Farben standen für drei Ebenen.
Grün
Wirkung auf mich
Neues lernen, Forschungsneugier zulassen, eine Sprache für „Transformationsfreudigkeit“ finden und den eigenen Umgang mit Unsicherheit stärken.
Blau
Wirkung auf Organisation und Umfeld
Multiplikatorinnen und Multiplikatoren aktivieren, Führungskräfte stärken, kleine Erfolge feiern und Veränderung unabhängig von einzelnen Personen verankern.
Gelb
Wirkung darüber hinaus
KMU als Motor von Transformation, die Lücke zwischen Theorie und Praxis schließen und eine Community, die über die Projektlaufzeit hinaus trägt.
So entstand eine begehbare Landkarte der Möglichkeiten. Sie soll nicht einmalig bleiben. Die Runde regte an, sie bei künftigen Konsortialtreffen erneut auszulegen und zu sehen, wie die gemeinsame Vorstellungskraft wächst. Auffällig oft ging es an diesem Tag ums Lernen: gemeinsames, neues Lernen. Als weitester Horizont stand der Wunsch, die Erkenntnisse aus den KMU auf andere Organisationen zu übertragen – bis zu einer „Transformationsfreudigkeit in Deutschland“.
Sechs Fragen, sieben Arbeitspakete
Vereinfacht beantwortet KALA sechs Fragen. Sie entsprechen den Arbeitspaketen 1 bis 6. Arbeitspaket 7 trägt die Zusammenarbeit im Verbund.
AP 1Was macht Transformation möglich?Verstehen
AP 2Wie können wir das fördern?Entwickeln
AP 3Funktioniert das in der Praxis?Erproben
AP 4Wie kann Technologie dabei unterstützen?Digital unterstützen
AP 5Wie wird daraus etwas Nachhaltiges?Verstetigen
AP 6Wie sorgen wir dafür, dass andere davon lernen können?Teilen & Verbreiten
Ein neuer Begriff im Zentrum
Im Mittelpunkt steht die Transformationsfreudigkeit. Das Forschungsprojekt grenzt ihn von der Transformationsfähigkeit ab: Die Fähigkeit beschreibt die Kompetenz, Veränderung zu bewältigen. Die Freudigkeit zielt eine Stufe tiefer: auf Bereitwilligkeit und Handeln, also darauf, diese Fähigkeit zu nutzen und Veränderung aktiv mitzugestalten.
Der Begriff ist so neu, dass selbst eine systematische Literaturrecherche kaum Treffer liefert. Daraus ergibt sich die Leitfrage des Projekts:
Wie kann ein Vorgehensmodell für KMU-gerechte Unterstützungs- und Begleitformate gestaltet werden, das die Entstehung einer lernförderlichen Arbeitsumgebung ermöglicht und dadurch – neben der Transformationsfähigkeit – auch die Transformationsfreudigkeit in KMU steigert?
Der Beitrag endete mit einer offenen Frage: „Und wie beeinflussen die Verhältnisse das Verhalten so, dass Mitarbeitende in KMU Freudigkeit für Transformation entwickeln?“ Sie markiert den Forschungsraum von KALA – als Einladung, nicht als Lücke.
Mensch und KI
Ein zweiter Beitrag stammte aus einer Masterarbeit. Er fragte, wie Vertrauen in der Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI entsteht. Das knüpft an die geplante KI-gestützte KALA-App an. Sie soll als Begleiter zwischen den Workshops dienen (Arbeitspaket 4).
So geht es weiter
Der Verbund trifft sich monatlich und arbeitet alle zwei Wochen gemeinsam an der Entwicklung. Erreicht ein Meilenstein sein Ziel, folgt ein Review. Daran können externe Stakeholder teilnehmen. In der Startphase stehen die wissenschaftliche Grundlagenarbeit des Instituts für Personalforschung, der Aufbau dieser Website und die Vernetzung mit Expertinnen, Experten und möglichen Kooperationspartnern an.
Prof. Fischer schloss seinen Beitrag mit einem Gruß, der auch für diese Seite gilt: „Willkommen in unserem gemeinsamen Projekt!“
Wir danken allen, die diesen Auftakt mitgestaltet haben.